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Krieg am Niederrhein

Die Ereignisse im Raum Wesel 1944/45

Schwimmpanzer im Einsatz am Niederrhein

Hintergrundinformationen - zusammengestellt von Alexander Berkel

Ein britisches Panzerbataillon, das den Traditionsnamen "Staffordshire Yeomanry" trug, sollte in den frühen Morgenstunden des 24. März mit 61 DD-Tanks vom Typ "Sherman" den Rhein bei Rees überqueren.

DD-Panzer bei Rees mit aufgerichtetem "Schwimmtuch".

Diese Panzer stammen aus amerikanischer Produktion. DD-Panzer verfügten über eine hydraulisch aufrichtbare Konstruktion aus Stützstangen und imprägniertem Segeltuch, die den Panzer für Flussüberquerungen wie eine Wanne umgab. Die Bezeichnung DD steht für "Duplex Drive" (Doppelantrieb), denn die Panzer hatten neben ihrem Kettenlaufwerk auch noch zwei Antriebsschrauben am Heck. Fünf dieser Panzer versanken beim Rheinübergang, als sie durch deutsche Artilleriegranaten getroffen wurden. Sechs DD-Panzer blieben im Schlamm am rechten Rheinufer stecken, fünf wurden schon am linken Rheinufer von Granatsplittern getroffen und konnten die Fahrt über den Rhein nicht antreten, weil die Schwimmhülle aus Segeltuch nicht mehr dicht war. Diese Angaben stammen aus dem Kriegstagebuch der Einheit, das im britischen Nationalarchiv einsehbar ist. 

Am 25. März überquerte ein anderes britisches Panzerbataillon, die "4th/7th Royal Dragoons", den Rhein auf Ponton-Fähren. Diese Fähren waren im Einsatz, bis die Pioniere Pontonbrücken fertig gestellt hatten. Laut Kriegstagebuch der Einheit sank eine dieser Fähren wegen Überladung, dabei gingen zwei Panzer verloren - sie wurden "versenkt", wie es in den Aufzeichnungen heißt. Diese Einheit verfügte nicht über DD-Tanks, sondern über normale "Sherman"-Panzer. 

Nach Aktenlage sind also sieben Sherman Panzer bei Rees im Rhein versunken. Die Panzerteile, die jetzt bei Rees aus dem Rhein geborgen werden sollen, zeugen davon, dass der nun gefundene  Panzer durch eine Explosion im Innenraum komplett auseinandergerissen wurde. Vermutlich detonierte die mitgeführte Munition. Aus den Unterlagen der britischen Kriegsgräber-Kommission (CWGC) geht hervor, dass seit dieser Nacht zwei Besatzungsmitglieder als vermisst oder verschollen gelten. Ob diese beiden zur Besatzung des explodierten Panzers gehörten, lässt sich heute nicht mehr rekonstruieren. Die weiteren personellen Verluste durch das Versinken von DD-Panzern waren glimpflich: Fotos vom Einsatz legen nahe, dass die Besatzung beim Durchschwimmen des Flusses oben auf dem Panzer versammelt waren, nur der Fahrer dürfte seinen Platz im inneren des Panzers eingenommen haben. Vermutlich konnten sich deswegen die meisten Besatzungsmitglieder retten, als ihre Panzer sanken. Neun DD-Panzer der Einheit wurden bei den Kämpfen bei Rees abgeschossen, dabei starben zehn weitere Panzersoldaten der "Staffordshire Yeomanry".

DD-Panzer

Erstmalig im Einsatz waren diese Panzer beim D-Day am 6. Juni 1944 in der Normandie. Wegen des großen materiellen Aufwandes bezeichneten manche alliierte Berichterstatter den Rheinübergang am Niederrhein auch als "kleinen D-Day". Neben dem Einsatz bei Rees gab es auch bei Bislich eine Rheinüberquerung mit DD-Panzern. Auch im amerikanischen Angriffsabschnitt zwischen Wesel und Rees kamen am 24. März 1945 einige DD-Panzer zum Einsatz.